Glaubensgemeinschaften in Deutschland gleich behandeln

Ulrike Gote plädiert für staatlichen Kooperationsvertrag mit Islamverbänden

München (13.4.2016/hla). Die Forderung des CSU-Generalsekretärs Andreas Scheuer nach einem deutschen Islamgesetz kommentiert die religionspolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, Ulrike Gote: 

„Das deutsche Modell der fördernden und wohlwollenden Neutralität gegenüber den hiesigen Religionsgemeinschaften hat sich bewährt und ist Grundlage auch für den Umgang mit dem Islam. Was wir tatsächlich brauchen ist ein staatlicher Kooperationsvertrag mit den Islamverbänden – so wie wir das auch mit allen anderen Religionen handhaben und wie er in Hamburg oder Bremen erfolgreich gelebt wird. Hier liegt die gemeinschaftliche Basis für Kooperationen zum Beispiel auch bei der Ausbildung von Imamen und Islamlehrern für unsere Schulen. Bei allen staatlichen Regulierungsmaßnahmen im Bereich der Glaubensgemeinschaften muss der Grundsatz der Gleichbehandlung gewahrt werden. Wer also polnische Priester in der katholischen Kirche akzeptiert, kann schwerlich die Forderung nach Imamen ausschließlich aus Deutschland erheben.“

Hinweis: Der letzte parlamentarische Vorstoß der Landtags-Grünen zur Kooperation mit muslimischen Verbänden in Bayern (Drs. 17/9607) wurde durch die CSU-Mehrheit abgelehnt.