Verkehrslandeplatz Coburg: Herrmann reitet ein „totes Pferd“

F: Max Stoschek

Die Grünen im Bayerischen Landtag sind irritiert über das seltsame Verwirrspiel des CSU-Innenministers in der Causa „Verkehrslandeplatz Coburg“. Obwohl die Deutsche Flugsicherung den Betreibern unlängst die Neubaugenehmigung aus Sicherheitsgründen versagt hatte, verfolge Herrmann das Projekt hinter den Kulissen hartnäckig weiter.  „Befremdlich“ findet die oberfränkische Grünen-Abgeordnete Ulrike Gote den so genannten „Flugplatzgipfel“ zu dem der Minister an diesem Freitag u.a. Vertreter der Deutschen Flugsicherung, der Projektgesellschaft Verkehrslandeplatz Coburg, des Luftamts Nordbayern, der betroffenen Kommunen und des Bundesverkehrsministeriums geladen hat.

„Es ist mehr als offensichtlich, dass Herr Herrmann die Entscheidung seiner eigenen Behörde zu hintertreiben versucht“, stellt Ulrike Gote fest. Dies werde zum einen aus einer Ministeriumsaussage deutlich, wonach es bei dem Treffen darum gehe, Möglichkeiten auszuloten „wie das weitere Verfahren gestaltet werden kann“. Zum zweiten mache der ausgesprochen „klandestine Charakter“ der Zusammenkunft misstrauisch. Ulrike Gote: „Der Minister hätte sein nicht-öffentliches Treffen  überwiegend mit Projektbefürwortern am liebsten geheim gehalten; die Möglichkeit, Projektgegner – etwa aus den Reihen der Bürgerinitiative – dazu zu laden, wurde offensichtlich nicht einmal in Erwägung gezogen.“

Die Landtags-Grünen fordern Minister Herrmann auf, das „tote Pferd Landeplatz-Neubau bei Neida nicht weiter zu reiten“. Stattdessen sollten realistischerweise die Genehmigungsvoraussetzungen für einen Weiterbetrieb der Anlage auf der Brandensteinebene geschaffen werden. „Hier braucht es einen Plan B, wenn es denn wirklich einen Bedarf für diesen Landeplatz gibt“, so Ulrike Gote.