Herrsching bekommt ein neues Gymnasium - Bayreuth muss weiter warten

Das MWG-Gymnasium Bayreuth/Foto: Gertgrer CC-By-Sa3.0

Herrsching bekommt ein neues Gymnasium - Bayreuth muss weiter warten

Gleiche Lebensverhältnisse bleiben ein leeres Versprechen

Noch kurz vor der Wahl gibt es ein Wahlgeschenk für den Speckgürtel: Gestern hat das Kabinett beschlossen, dass Herrsching in Oberbayern ein neues Gymnasium bekommt. Im Süden des Landes wurden in den letzten Jahren eine ganze Reihe neuer Gymnasium gebaut. Besonders gut bedacht wurde die Heimatregion des Ministerpräsidenten Ingolstadt/Eichstätt/Neuburg. Quasi als Morgengabe für das erwartete Landtagsmandat im eigens neu geschaffenen Seehofer-Stimmkreis gab es für die Region gleich zwei Neubauten. Mit 30 Mio Euro wurde in Ingolstadt das alte Gymnasium neu gebaut und gut 20 Mio Euro gab es für das Gymnasium in Eichstätt. Dabei ist das Gymnasium in Eichstätt wie das Bayreuther Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium ein staatliches Gymnasium mit Internat. Hier ist der Freistaat Sachaufwandsträger. Die Millionen-Investition für den innovativen Schulneubau in Eichstätt wurde somit sogar komplett aus Landesmitteln finanziert. „Für die Heimat von Seehofer ist möglich, was in Bayreuth blockiert und ausgebremst wird. Von dem, was in Eichstätt möglich war, kann Bayreuth nur träumen. Die Generalsanierung unseres staatlichen Gymnasiums MWG kommt nicht voran, der dringend benötigte Neubau einer Dreifachturnhalle – in Eichstätt eine Selbstverständlichkeit - scheint hier gänzlich unmöglich zu sein“, kritisiert Ulrike Gote. 

Während im Süden des Landes immer neue Schulen gebaut werden – siehe Herrsching – werden beim MWG Container aufgestellt, Klassen werden in ehemaligen Abstellräumen unterrichtet und der Keller musste komplett abgeriegelt werden wegen Schimmelbefalls. Die Aussichten für die Sanierung sind schlecht: Wie beim staatlichen Gymnasium in Pegnitz ist damit zu rechnen, dass sich das Ganze über mehr als 10 Jahre hinziehen und die Schulfamilie stark belasten wird. „Ich gönne den Kindern in Herrsching ihre neue Schule, aber unsere Kinder in Bayreuth haben das gleiche Recht“, so Gote, „der Kultusminister muss sich endlich um sein Bayreuther Gymnasium kümmern und die Sanierung zur Chefsache machen. Es kann nicht angehen, dass die Schule mit dieser Aufgabe allein gelassen wird.“ Per Volksentscheid am 15. September sollen gleiche Lebensverhältnisse für alle Regionen in Bayern in der Verfassung festgeschrieben werden. Gote ist überzeugt: „Das wird ein leeres Versprechen bleiben. Wäre es Schwarz-Gelb ernst mit diesem Grundsatz, würde das MWG längst in neuem Glanz erstrahlen, die Generalsanierung wäre bewältigt und die neue Turnhalle gebaut.“