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Gesundheits- und Pflegeversorgung an den demografischen Wandel anpassen

Bayreuth, 8.2.2012. Gote mahnt zu mehr Tempo und fordert regional zugeschnittene Konzepte

Der demografische Wandel ist in vollem Gange. Regional gibt es große Unterschiede zwischen Boomregionen und Regionen mit Bevölkerungsschwund. Zu letzteren gehören auch die Stadt und der Landkreis Hof, die in Oberfranken im Rahmen einer von den Landtagsgrünen in Auftrag gegebenen Studie zu den Auswirkungen des demographischen Wandels auf Aspekte der ärztlichen Versorgung und Pflege, untersucht wurden.
 
Die Bevölkerungszahl der kreisfreien Stadt Hof schrumpft bis 2029 um gut 14 Prozent, die des Landkreises um 18 Prozent. Bei der Altersstruktur ist auffällig, dass die Zunahme im Bereich der 65jährigen und Älteren im Vergleich zu anderen Untersuchungsgebieten eher moderat ausfällt und unter 10 % liegt, dass jedoch bei der Altersgruppe der unter 18jährigen die Bevölkerungsverluste in der Stadt bei fast 25 % und im Landkreis bei über 33 % liegen. Diese Entwicklung stellt die Region vor besondere Herausforderungen.
 
 „Während im Bereich der stationären Pflege die Versorgungslage gut ist und ein Deckungsgrad von über 100 Prozent erreicht wird, gibt es im Bereich der ambulanten Pflege durchaus Handlungsbedarf. Die Anzahl der ambulant Pflegebedürftigen steigt um 10 Prozent, das ist verglichen mit anderen Regionen zwar geringer, erfordert aber doch einen Ausbau der ambulanten Pflege“, führt die oberfränkische Landtagsabgeordnete Ulrike Gote aus. „Ein großes Problem stellt jedoch die Relation der Pflegekräfte im Vergleich zum Arbeitskräftepotential dar. Hier wird bis 2030 ein Drittel mehr Pflegepersonal benötigt.“ Die Pflegeberufe, so Gote, müssten daher gestärkt und attraktiver gemacht werden. Dazu gehöre neben der Weiterentwicklung der pflegerischen Berufsbilder auch die Entwicklung von Konzepten für das Halten von Pflegekräften im Beruf. Das langfristige Ziel müsse eine gemeinsame Ausbildung der gesamten Pflegeberufe sein, insgesamt müsse der Pflegeberuf aufgewertet werden. Als kurzfristiges Ziel fordert die oberfränkische Landtagsabgeordnete erneut eine kostenfreie Altenpflegeausbildung.
 
Die Hausarztkontakte blieben nach den Erhebungen der Studie konstant. Allerdings müsse man schon jetzt die Weichen stellen, um auch in schrumpfenden Regionen die medizinische Versorgung zu gewährleisten. „Es genügt nicht, durch finanzielle Anreize Ärzte zur Niederlassung in strukturschwachen Regionen zu bewegen“, sagt Ulrike Gote, es müsse vielmehr fundamental umgedacht werden: Zusammenarbeit, Bündelung und Vernetzung von Ressourcen seien die Herausforderungen für eine nachhaltige Gestaltung von Gesundheitsversorgung und Pflege im ländlichen Raum. Bisher seien die Bedarfsplanung in der ambulanten ärztlichen Versorgung und die Krankenhausplanung der Länder nicht miteinander verbunden.
 
„Unser Ziel ist eine integrative Versorgungsplanung, die die ambulante Bedarfs- und die Krankenhausplanung zusammenführt und sukzessive auch die Notfallversorgung und die Rettungstransporte sowie den Reha- und Pflegebereich einbezieht“, stellt Ulrike Gote klar, die fordert, dass auch die Schnittstellen zu anderen Bereichen der sozialen Daseinsvorsorge berücksichtigt werden müssten, z. B. Kinder- und Jugendhilfe. Die künftige Versorgungsplanung müsse vor allem regional erfolgen und nach Versorgungsstufen unterscheiden. Die Möglichkeit, Medizinische Versorgungszentren (MVZ) zu gründen, sollte auf Ärztenetze und Gesundheitsverbünde, Kommunen und Patientenorganisationen ausgeweitet werden. „Bei den möglichen Rechtsformen wollen wir Grüne zusätzlich eingetragene Genossenschaften ermöglichen. Eine Leitung durch andere Gesundheitsberufe wie beispielsweise durch Psychotherapeutinnen und -therapeuten oder qualifizierte Pflegekräfte soll ermöglicht werden“, erläutert Gote.
 
„Um die großen Herausforderungen der Gesundheits- und Pflegeversorgung zu lösen, muss die Koordination der Versorgung und Leistungserbringer in den Mittelpunkt rücken, müssen regionale Gegebenheiten über Ort und Struktur der Leistungserbringer entscheiden und ambulante und stationäre Bereiche besser verzahnt werden“, so Ulrike Gote abschließend.

















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