Ein bewegender Abend: 5 Jahre Fukushima - Nuclear Nation II

5 Jahre Fukushima - Nuclear Nation II

Filmabend mit einem japanischen Dokumentarfilm und Augenzeugenbericht am 16. März 2016

 

Ein interessanter und bewegender Abend.

 

Anlässlich des fünfjährigen Jahrestages der Nuklearkatastrophe von Fukushima zeigte die Landtagsabgeordnete Ulrike Gote in ihrer Funktion als Landtagsvizepräsidentin den Dokumentarfilm NUCLEAR NATION II – ein Film gegen das Vergessen des japanischen Regisseurs Atsushi Funahashi.

Vor der Filmvorführung berichtete Dr. Markus Büchler aus München, der nach der Katastrophe in den Jahren 2011 und 2013 persönlich in Fukushima war, eindrucksvoll über seine Erfahrungen vor Ort, von der Angst der Menschen vor der Radioaktivität im Alltag und dem vergeblichen Kampf um die Dekontaminierung der verseuchten Gebiete in Japan. Er erwies sich auch in der an den Film anschließenden Diskussion als profunder Kenner der aktuellen energiepolitischen Diskussion in Japan. 

Im Jahr 2012 legte Atsushi Funahashi mit NUCLEAR NATION einen ersten Film über die Folgen der Reaktorkatastrophe in Fukushima Daiichi vor. Er zeigte das Schicksal der 1400 Einwohner aus dem nahegelegenen Futaba, die in eine Schule in einem Vorort von Tokio evakuiert wurden. Einfühlsam dokumentierte Funahashi die verzweifelte Lage der Menschen und zeigte das Ausmaß der Zerstörungen. Im Jahr 2015 zeigte er auf der Berlinale mit NUCLEAR NATION II die Fortsetzung seiner Dokumentation. Erst Ende 2014 haben die letzten Evakuierten die Schule verlassen. In ihre Heimat werden sie nicht zurückkehren. Die zentral betroffene Region ist heute eine Giftmülldeponie. Die Menschen von Futaba, die einst durch die Atomenergie zu Wohlstand kamen, zahlen nun den hohen Preis dafür allein. 

Ulrike Gote erinnerte daran, dass der Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie in Deutschland von allen politischen Parteien mit Ausnahme der AfD mitgetragen werde und dass unser Land hier auch Verantwortung über die eigenen Landesgrenze hinaus übernehme und eine Vorbildfunktion für viele Länder im europäischen und außereuropäischen Ausland habe. Sie betonte abschließend: „Ausmaß und Folgen der Katastrophe von Fukushima treten schnell in den Hintergrund unseres Bewusstseins. Als Bürgerinnen und Bürger und als Politikerinnen und Politiker sollte uns Fukushima eine Mahnung sein: Alles, was wir heute tun, müssen wir verantworten können vor den nachkommenden Generationen.“