Besser als viel Wind zu machen: mehr Windstrom erzeugen!

Ulrike Gote fordert transparente Planungsverfahren

Von links nach rechts: Barbara Cunningham, Rüdiger Hanke, Karl Waldmann, Sabine Steininger, Ulrike Gote, MdL, Kerstin Starke, Matthias Striebich, Heike Kracker, Günter Lang, Helmut Herzog

Ulrike Gote, oberfränkische Landtagsabgeordnete und Mitglied des Fraktionsvorstands der Grünen im Bayerischen Landtag besuchte gemeinsam mit Kreisrat Karl Waldmann, Kandidat auf Platz 2 der Bezirksliste zur Landtagswahl, Sabine Steininger, Direktkandidatin für die Bundestagswahl, und Matthias Striebich, Vorstandsmitglied des neugegründeten Ortsverbands „Gräfenberger Oberland“, die Kasberger Windkraftanlage. Dort informierte sie sich im Gespräch mit Barbara Cunningham, Vorstandsmitglied der Bürger-für-Bürger-

Energie e.G. über die Umsetzung und Entwicklungsmöglichkeiten der Energiewende vor Ort.

„Die Energiewende wird nur gelingen, wenn alle mitmachen“, stellt Barbara Cunningham, Vorstandsmitglied der Bürger-für-Bürger-Energie e.G. klar und fährt fort: „Jede Region hat die Verantwortung einen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Der Landkreis Forchheim ist dem bisher nicht gerecht geworden.“ Es sei enttäuschend, dass der Regionale Planungsverband die beiden Vorrangflächen Kasberg-Nord und Ebersbach-West gestrichen habe. Begründet würde dies im Falle Kasbergs damit, dass die Windräder die Erdbeben-Messstation Haidhof stören würde.

„Windräder stören - die massiven Arbeiten im nahegelegenen Steinbruch aber nicht“, für Matthias Striebich, Vorstandsmitglied des grünen Ortsverbands „Gräfenberger Oberland“ ist die Begründung nicht nachvollziehbar. Seines Erachtens wäre es sinnvoll, die bereits vorhandene Infrastruktur am Kasberg für die Errichtung weiterer Windräder zu nutzen und Windkraftanlagen in Clustern zu errichten. „So können wir die Versorgungssicherheit unserer Region erhöhen, die Wertschöpfung bleibt vor Ort und wir reduzieren störende Eingriffe ins Landschaftsbild.“

So sieht das auch Karl Waldmann, der mit einem Antrag dafür gesorgt hat, dass die Ausweisung der Vorrangflächen für Windenergie im Landkreis Forchheim im nächsten Kreisausschuss erörtert wird, da bisher die Kreisgremien über die geänderten bzw. gestrichenen Vorrangflächen nicht informiert wurden: „Wir wollen uns die Strompreise nicht länger von den großen vier Strommonopolisten in Deutschland diktieren lassen. Wir wollen den Bürgerinnen und Bürgern, Kommunen und Stadtwerken vor Ort die Möglichkeit geben, ihren Beitrag

zur Energiewende vor Ort zu leisten und davon auch zu profitieren.“

„Wir Grüne im Bayerischen Landtag haben schon mehrfach die Erfahrung gemacht, dass die Kriterien, die die regionalen Planungsverbände bei der Ausweisung von Vorrangflächen anwenden, sehr unterschiedlich und nicht immer öffentlich einsehbar oder nachvollziehbar sind“, greift Ulrike Gote, MdL, oberfränkische Spitzenkandidatin zur Landtagswahl, die Kritik von Barbara Cunningham auf und fährt fort: „Anstelle von kategorischen Abstandsregelungen fordern wir Grüne einen breiten Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort sowie transparente Planungsverfahren bei der Ausweisung von Standortflächen.“

Dazu, so Gote, gehörten gleichzeitig ordentliche Planungsunterlagen. Der Windatlas sei veraltet, die überörtliche Planung stecke noch in den Kinderschuhen und für die Festlegung von Naturschutzausgleichszahlungen gäbe es keine klaren Kriterien. „All das und Seehofers jüngstes Plädoyer für die 10H-Regelung, also Pflichtabstände der zehnfachen Windradhöhe zu Siedlungsgebieten, lassen nur einen Schluss zu: Die Bayerische Staatsregierung will die Energiewende nicht und tut alles, um engagierte Kommunen und Bürgergenossenschaften lahm zu legen.“

Für Ulrike Gote, MdL ist das erst recht Ansporn, sich um das Anliegen der Bürger-für-Bürger-Energie e.G. zu kümmern und den Sachverhalt hinsichtlich der Beeinträchtigung der seismographischen Station zu klären und sich im Rahmen ihrer parlamentarischen Tätigkeit weiterhin für mehr Transparenz, einheitliche Rahmenbedingungen und BürgerInnenbeteiligung in den Planungsverfahren einzusetzen.