Asylpolitik: Runde-Tische-Tour in Bayreuth

Viele Asylsuchende kommen in Bayern an. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger wollen helfen, unzureichende und problematische Lebensverhältnisse, unter denen Flüchtlinge hier vielfach zu leiden haben, zu verbessern. Für die katastrophale Situation der Flüchtlinge in Bayern ist die Politik der Staatsregierung verantwortlich, die jahrelang versäumt hat, die notwendigste Vorsorge zu betreiben, sich in ihrem Handeln oft noch am alten Gedanken der Abschreckung orientiert, Opfer zu Sündenböcken stempelt und Ressentiments schürt. 
Wir wollen durch unsere Runde-Tische-Tour zum Thema Asyl- und Flüchtlingspolitik Handlungsbedarf vor Ort erfassen und zu einer anderen Flüchtlingspolitik für Bayern beitragen. Wir nehmen die Forderungen der Flüchtlinge ernst, die auch durch Proteste und Streiks auf ihre problematische Situation aufmerksam machen, wir wollen auf die vielen Ehrenamtlichen hören, die den Handlungsbedarf vor Ort kennen, und erfahren, welche Unterstützung sie für ihre Arbeit brauchen.

Am Freitag den 28.11.2014 waren die Bayreuther Abgeordnete Ulrike Gote und Christine Kamm (Sprecherin für Europapolitik, Asylpolitik und Integration) für die grüne Landtagsfraktion in Oberfranken. Sie besuchten den Gasthof Puchtler, wo seit November Flüchtlinge untergebracht sind und Condrobs e.V. Puerto, eine Jugendwohngemeinschaft in Bayreuth. Abends fand im Evangelischen Bildungswerk Bayreuth ein Runder Tisch mit VertreterInnen von IHK, Jobcenter, Berufsschule, Caritas, Stadt Bayreuth und Flüchtlingsfamilien statt.

Ulrike Gote zeigte sich erfreut über die guten Gespräche und Begegnungen: "Gute Hilfe für Flüchtlinge gelingt dann, wenn ehrenamtliches Engagement auf gute hauptamtliche Strukturen trifft und wenn die Kommune dahintersteht. Das beweist der kleine Ort Warmensteinach im Fichtelgebirge. Der alte Puchtler Gasthof ist zu einem Ort geworden, wo Familien für eine Übergangszeit gut leben können. Wir wollen außerdem, dass alle jugendlichen Flüchtlinge unabhängig davon, ob sie am Ende bei uns in Deutschland bleiben dürfen, eine Ausbildung machen können und zwei bis drei Jahre in ihrem erlernten Beruf arbeiten dürfen. Das findet auch die Unterstützung der IHK, der Berufsschulen und der Arbeitsvermittlung, wie sich am Abend bei unserem Runden-Tisch-Gespräch in Bayreuth zeigte. Vielen Dank allen GesprächspartnerInnen dieses Tages!"