Stadt Bayreuth tritt Baumschutzverordnung mit Füßen
Ulrike Gote, MdL gegen Abholzung des Grüngürtels am Sendelbach
Kein Verständnis hat die oberfränkische Landtagsabgeordnete und ehemalige Bayreuther Stadträtin Ulrike Gote, MdL für das Vorgehen beim Abbruch des Parkhauses am Sendelbach: „Hier sollen Bäume einzig und allein aus dem Grund gefällt werden, um den Abbruch des maroden Parkhauses rascher und billiger vornehmen zu können. Das ist für mich nicht hinnehmbar“, kritisiert Gote. Die Rechnung, dass Mehrkosten entstünden, wenn die Bäume stehen blieben, geht für Gote nicht auf: „Der Baumbestand ist in Euro und Cent weitaus mehr wert als der Betrag, der angeblich eingespart werden könne, ebenso werden die Ersatzbepflanzungen Geld kosten. Dieser Aspekt wird gar nicht erst in Betracht gezogen.“
Doch das ist nicht der einzige Punkt, der die ehemalige Stadträtin und BVB-Aufsichtsrätin auf den Plan ruft: „Das ganze Projekt geht ökonomisch und ökologisch in die falsche Richtung,“ so ihre Kritik. Es gäbe in Bayreuth nicht zu wenig, sondern zu viel Parkraum. Die Parkbetriebe der BVB seien seit Jahren defizitär. Allein aus betriebswirtschaftlichen Gründen müsste der BVB daran gelegen sein, den Parkraum zu verknappen. Und Gote weiter: „Wer den Umstieg auf den ÖPNV fördern will, der darf nicht die Infrastruktur für den Individualverkehr ausbauen.“
„Stadtentwicklung geschieht in Bayreuth ausschließlich aus dem Blickwinkel der Autofahrer. Die Belange von RadfahrerInnen und FußgängerInnen, Bürgerinnen und Bürgern, die unter der zunehmenden Verkehrsbelastung und den daraus resultierenden Lärm- und Schadstoffbelastungen zu leiden haben, werden nicht ernst genommen,“ so Gote enttäuscht. Und abschließend: „Es ist schon ein starkes Stück, wenn die Stadtverwaltung einerseits Bürgerinnen und Bürger auf die Baumschutzverordnung hinweist, diese aber regelmäßig mit Füßen tritt, wenn es um kommunale Bauvorhaben geht.“
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