Wir brauchen die Energiewende JETZT

Hans-Josef Fell, MdB auf Twike Tour zu Gast in Bayreuth

Ehepaar Fell im TWIKE

Bereits zum zweiten Mal führte die Twike Tour des energie- und technologiepolitischen Sprechers der grünen Bundestagsfraktion, Hans-Josef Fell, nach Bayreuth. Gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Ulrike Gote gab er im voll besetzten Seminarraum des Lindenhofs Antworten auf die Fragen, die momentan viele Menschen umtreiben: Was tun gegen Klimawandel und explodierende Ölpreise?

Die Botschaft war eindeutig und eindringlich: Die fossilen Energieträger sind knapp, die Energiepreise werden weiter steigen und so dazu beitragen, dass die Schere zwischen Arm und Reich sich weiter öffnet, denn schon jetzt, so Fell, würden viele Menschen bereits zwei Monatsgehälter benötigen, um ihr Haus zu heizen. Die Lösung liegt für Fell auf der Hand: Der Einsatz Erneuerbarer Energien muss zügiger als bisher vorangetrieben werden und mit Investition in energetische Sanierung und Energieeffizienz einhergehen.

Angesichts wiederholter Forderungen aus der CSU nach Laufzeitverlängerung der AKWs, wies Fell darauf hin, dass Atomenergie gefährlich und teuer sei und der Umwelt schade. Die Sicherheitsprobleme seien gravierend: Atomkraftwerke seien mögliche Ziele für Terroristen. „Atomenergie ist auch nicht billiger“, führte Fell weiter aus, „sonst müsste sie es heute bereits sein.“ Es seien vielmehr die Energiekonzerne, die bei stetig steigenden Preisen Milliardengewinne anhäuften. Atomenergie könne auch keine Versorgungslücke schließen, denn die heute bestehenden 439 Atomkraftwerke deckten gerade einmal 2,2 Prozent des weltweiten Energiebedarfs. Und Ulrike Gote wies darauf hin, dass diejenigen Politiker, die jetzt gegen den Ausstieg aus der Atomenergie votierten, den Menschen im Fichtelgebirge und der nördlichen Oberpfalz klar sagen müssten, dass dann der Atommüll irgendwann vor ihrer Haustür in einem Endlager landen könne.

Dass die Erneuerbaren Energien das Potential haben, ein Vielfaches des Weltenergiebedarfs zu decken, ist laut Fell offensichtlich. Dass es auch praktisch möglich ist, innerhalb einiger Jahrzehnte den vollständigen Umstieg auf Erneuerbare Energien zu schaffen, mache das rasante Wachstum der Branche in den vergangenen Jahren deutlich. Und Fell weiter: „Diese technologische und industrielle Entwicklung ist nur wegen der politischen Rahmenbedingungen möglich und deshalb gerade in Deutschland so erfolgreich gewesen." Das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das seit 2000 bundesweit eine kostendeckende Einspeisevergütung für Strom aus Erneuerbaren Energien vorschreibt, hat Photovoltaikanlagen, Windräder und Biogas-Anlagen mit einem Schlag rentabel gemacht und eine Nachfrage dafür geschaffen. Diese wachsende Nachfrage hat die Massenproduktion von Photovoltaikzellen ermöglicht und zu einer deutlichen Senkung der Preise geführt. In der Solarbrache sind zahlreiche Unternehmen gegründet worden oder haben expandiert. Diese Unternehmen haben Fell zufolge eine beeindruckende Zahl von Arbeitsplätzen geschaffen: Allein im Bereich der Solarenergie arbeiten heute 45.000 Menschen in Deutschland, mehr als in der Atomenergie.

Das Ziel müsse sein, so schnell wie möglich vollständig auf Erneuerbare Energien umzusteigen. Das sei machbar, wenn all die genannten Trends anhielten und weiter verstärkt würden. Nur wenn dieses Ziel konsequent verfolgt werde, könnte der drohenden Energiekrise begegnet werden und die Auswirkungen des Klimawandels in Grenzen gehalten werden. Willkommener Nebeneffekt dabei wird die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen sein. Was es dazu braucht, seien die richtigen politischen Rahmenbedingungen, engagierte Bürgerinnen und Bürger - und innovative Unternehmen, die Systeme zur Nutzung von Erneuerbare Energien technologisch weiterentwickeln und konkurrenzfähig anbieten.

















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