Energietour der Landtagsgrünen: Globaler Klimaschutz durch starke Akteure vor Ort

19. Juni – Oberfranken

mit Ulrike Gote, MdL

und Martin Stümpfig, MdL

Die Energiewende war bis vor kurzem eine Erfolgsgeschichte – zu verdanken hatten wir das vor allem den vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern vor Ort. Mutige KommunalpolitikerInnen, innovative Stadtwerke und visionäre Bürgergenossenschaften haben in ganz Bayern Vorbildliches geleistet. Heute steht die Energiewende in Bayern allerdings auf der Kippe. Die CSU-Regierung lässt keine Gelegenheit aus, in der Energiepolitik für Chaos zu sorgen. Sie entzieht durch gezielte Sabotageakte in Berlin und München den Akteuren vor Ort jegliche Planungssicherheit.

Auf ihrer mittlerweile 6. Energietour suchen die Landtags-Grünen das Gespräch mit den Menschen vor Ort. „Wir wollen die Akteure besuchen, die die Energiewende erfolgreich vorantreiben“, so der energiepolitische Sprecher Martin Stümpfig und erklärt: „Wir wollen genau analysieren, wie die Menschen unter den erschwerten Rahmenbedingungen weitermachen.“

Den Landtagsgrünen ist es ein wichtiges Anliegen, dass die Bemühungen der Bürgerinnen und Bürger in den vergangenen Jahren nicht umsonst waren. „Die Bereitschaft zur Energiewende ist bei den Menschen da, also lassen wir sie vor Ort aktiven Klimaschutz machen“, betont Landtagsvizepräsidentin Ulrike Gote aus Bayreuth.

09:30-11:00 Uhr: ait Deutschland GmbH

Industriestraße 3

95359 Kasendorf

500 Mitarbeiter, 50.000 Wärmepumpen im Jahr und eines der europaweit modernsten Forschungszentren für Wärmetechnik: Die ait-deutschland GmbH in Kasendorf arbeitet kräftig an der Energiewende im Wärmebereich. Clemens Dereschkewitz, CEO der ait, vermisst allerdings ein entschlossenes Handeln auf Bundesebene, damit wir die Klimaschutzziele auch tatsächlich erreichen. Man müsse weniger über Technik sprechen, sondern mehr darüber, was wir eigentlich bezwecken wollen. Und das sei den Ausstoß von Treibhausgasen massiv zu senken. Er sieht aber auch Ansatzpunkte auf kommunaler Ebene: Am Beispiel der Stadt Schweinfurt erklärt er unseren Abgeordneten Ulrike Gote und Martin Stümpfig, wie Kommunen ihr Bauland „veredeln“ könnten, indem schon bei der Ausweisung von Bauland Bohrquellen für oberflächennahe Geothermie erschlossen werden. Und damit es im Gebäudebestand endlich vorangeht, müssten die wahren Kosten für Öl- und Gasverbrauch endlich abgebildet werden, beispielsweise über eine CO2-Steuer.

12:30-13:30 Uhr: Naturstrom AG: Solarthermie und Nahwärmenetz Hallerndo

Kreuzbergstr. 36

91351 Hallerndorf

Mit der Kraft der Sonne und der Nutzung regionaler Holzvorkommen einen ganzen Ortsteil mit Wärme versorgen. Dieses Projekt hat die Naturstrom AG in Hallerndorf umgesetzt. Lisa Badum und Felix Schubert haben unsere Abgeordneten Ulrike Gote und Martin Stümpfig durch die neue Heizzentrale geführt und den Entstehungsprozess sowie die Betriebsweise erläutert. Eine große Solarthermie-Anlage und mehrere Holzheizkessel versorgen über ein Nahwärmenetz Teile der Gemeinde Hallerndorf mit sauberer Energie. Die Bürgerinnen und Bürger sparen so jährlich rund 300.000 Liter Heizöl. Dieses Vorzeigeprojekt ist darüber hinaus so angelegt, dass es sowohl die AnwohnerInnen als auch Ausflügler und Touristen anlockt und sie für die Energiewende begeistern soll. Dafür sorgen ein begrünter Vorplatz mit Holzbänken und ein Panoramafenster, das Einblick in die Heizzentrale gewährt. Die Gesamtkonzeption wurde jüngst vom Rat für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet.

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